Interview:  Sascha Hanke
Sascha Hanke

Inhaber Firma Happyday & Busfahrer 1. Mannschaft

Die Firma Happyday Sascha Hanke ist offizielles Busunternehmen des VER Selb. Wie kam es dazu?

Wir sind in den Playoffs der Saison 2011/2012 beim Auswärtsspiel in Dortmund 2012 eingesprungen, als das vorherige Busunternehmen die Fahrten nicht mehr bedienen konnte. Seitdem sind wir dabei und ich wünsche mir, dass wir auch noch lange für den VER Selb arbeiten dürfen, die Verträge sind jeweils immer für eine Spielzeit abgeschlossen.

Neben dem Oberligateam ist auch der VER-Nachwuchs im Winter viel auf Reisen. Wie viele Busse sind pro Wochenende im Einsatz und was kommt da an Kilometern zusammen?

Das Oberligateam fährt pro Saison so ca. 30.000 km. Allein der Nachwuchs ist pro Woche durchschnittlich mit 4 Bussen unterwegs, im Jahr sind dies gesamt ca. 50.000-60.000 km. Hochgerechnet bringen es Nachwuchs und 1. Mannschaft pro Saison auf ca. 100.000 km.

Ein in Vereinsfarben mit großem Vereinsemblem gebrandeter Teambus – im Jahr 2012 war der VER einer der ersten in seiner Liga – haben mittlerweile einige Konkurrenten. Seit dieser Serie fahren unsere „Wölfe“ mit einem neuen Luxusliner. Was macht den neuen Bus so einzigartig in der Oberliga?

Der „Neue“ ist zu seinem Vorgänger, der 4 Jahre im Einsatz war, wuchtiger, moderner, leistungsstärker und durch bessere Sicherheitsstandards noch sicherer. Die Farbe schwarz ist geblieben, aber er besticht u.a. durch seine Vollledersitze und seinem Glasdach. Ein V8 Mercedes Benz Motor mit 504 PS sorgt für die nötige Power für den 15 m langen, 4 m hohen und 2,55 m breiten Bus. Auch das Bestellen des Essen der 1. Mannschaft auswärts fällt weg, denn wir kochen an Bord mit unserer „Profimikrowelle“.

Also reichlich Platz für unsere Cracks bei langen Auswärtsfahrten. Gibt es eigentlich eine feste Sitzordnung bei den Spielern und „Rituale“ vor den Fahrten?

Unten sitzen Trainer, Betreuer und Ärzte, im Oberdeck die Spieler, wo jeder eine Doppelsitzbank hat. Die Sitzordnung ist immer die gleiche. Die Jungs fühlen sich sehr wohl – der Bus ist für sie im Winter wie ihr eigenes Wohnzimmer. Rituale? Ja, z.B. beim Beladen. Zuerst kommen die Sachen der Betreuer und Ärzte dran, danach erst die Taschen der Spieler. Es gibt noch einige mehr Rituale, aber dazu reicht der Platz in der EISZEITung nicht aus:J

Der neue „Wölfe-Liner“ – wie auch sein Vorgänger – rollt natürlich auch in den Sommermonaten ordentlich auf den Autobahnen Europas. Sicherlich ein beliebtes Fotomotiv?

Ja, absolut. In der Regel ist er von Mai bis Oktober im Pendelverkehr nach Spanien, Italien oder Kroatien im Einsatz. Dort sind die Wölfe-Busse bekannt wie „Bunte Hunde“ und ein Blickfang.

Stimmt es, dass es auf den „Wölfeliner“ einmal ein „Attentat“ gab?

Ja, leider. Es war 2013 in Spanien, wo irgendwelche Vollidioten während der Fahrt mit einem Luftgewehr auf den Bus schossen. Zum Glück ist nichts weiter passiert, da sie „nur“ auf Blech getroffen hatten. Unvorstellbar, wenn die Schüsse in die Fenster gegangen wären. Die Täter wurden leider nicht gefasst.

Als Busfahrer der 1.Mannschaft erlebt man einiges. Gibt es da eine schöne Geschichte?

Aber klar. Unvergesslich für mich die Playoff-Fahrt in Frankfurt. Wir standen am Parkplatz beim Ausladen, die Offiziellen und ich tranken gerade einen Kaffee. Da stand plötzlich ein Mann mit Anzug im Bus und fragte nach Trainer Cory Holden. Es war der Geschäftsführer der Frankfurter, der sich vorstellen und unsere Starting-Six wissen wollte. Cory Holden kam auf ihn zu…..noch in Unterhosen bekleidet, er wollte sich gerade umziehen. Das Gesicht des Geschäftsführers…unbezahlbar.

Beitragsserien: Wölfe hinter den Kulissen