Die Fäden In Der Geschäftsstelle Fest In Der Hand – Geschäftsstellenleiter Peter Pahlen Im Interview
Die Selber Wölfe haben nach ihrer heißumkämpften Playoff-Serie gegen die Blue Devils Weiden eine verordnete Spielpause, ehe am 31.03. 2017 die Viertelfinal-Playoffs gegen die Tilburg Trappers starten. Eine ganze Region fiebert diesen Spielen gegen die Holländer entgegen. Auch Peter Pahlen, seit Sommer 2016 der neue Geschäftsstellenleiter bei den Wölfen. Pahlen hatte im Gegensatz zu den Wölfe-Cracks keine Pause und bereits alle Hände voll zu tun – die kommenden Spiele mit den Trappers erforderten einiges im Vorfeld zum Planen, vorrangig die Kartenreservierung für die reiselustigen VER-Fans. Dennoch nahm sich Peter Pahlen für das VER-Presseteam Zeit für ein Interview.

Herr Pahlen, seit knapp einem Jahr  Geschäftsstellenleiter, aber dem Selber Eishockey schon viele Jahre verbunden. Das Hobby letztendlich zum Beruf gemacht?

Ich habe mir über meine berufliche Zukunft Gedanken gemacht und bin auf der Homepage zufällig einst auf die Stellenzeige aufmerksam geworden. Eigentlich wollte ich nur nachsehen ob es Neuigkeiten gibt. Sofort konnte ich mir vorstellen, dass ich mir die Aufgabe als Geschäftsstellenleiter zutraue. Dann gab ich meine Bewerbungsunterlagen ab, am Ende war ich unter den letzten vier Bewerbern (von knapp 60) und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Letztendlich konnte ich die Verantwortlichen scheinbar überzeugen, dass ich der richtige Mann für diese Stelle bin.

In Ihrem neuen Job ist vor allem Vielseitigkeit gefragt. Worauf liegt Ihr Hauptaugenmerk/-tätigkeit während einer Arbeitswoche in der Geschäftsstelle?

Ein Schwerpunkt sind die Spieltagabrechnungen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Schließlich werden die Abendkassen, die Buchungen aus unserem Ticketsystem und die Vorverkaufsstellen in Einklang gebracht, damit die genaue Abrechnung gemacht werden kann. Weiter werden die Verkaufsstände und der Fanshop abgerechnet. Im Fanshop werden die Bestände geprüft, neu eingegangene Trikotbestellung erfasst und ausgelöst. Das nimmt gut und gerne zwei Tage in Anspruch. Anschließend wird schon der nächste Spieltag vorbereitet, Sicherheitsfragen bei den Gästen eingeholt und zusammen mit der Polizei die Sicherheitsstufe festgelegt und alle erforderlichen Schritte eingeleitet. Es gibt wahnsinnig viel nachzuarbeiten bzw. vorzubereiten und hier gilt: Je besser die Vorbereitung, desto weniger Überraschungen erlebt man, hierauf lege ich großen Wert! Ein weiterer Schwerpunkt liegt auch außerhalb der Geschäftsstelle, nämlich in der NETZSCH-Arena. Da ich auch für unsere Eismeister verantwortlich bin, stehen natürlich regelmäßige Gespräche mit den Männern an: Wochenplanung, Diensteinteilung, Problembehebung usw. Hierbei werde ich durch Wolfgang Janda, unserem Vorarbeiter, sehr gut unterstützt. Ebenso mit dem Hausmeister der Stadt Selb, Ralph Janda, werden bei dieser Gelegenheit die verschiedensten Dinge geklärt. Gerade jetzt in der Umbauphase in der Halle war da mächtig viel zu tun, hier wurde ich aber äußerst tatkräftig von Klaus Möhwald unterstützt.

Ob Kartenvorverkauf oder bei den Fanartikel – Sie und Ihr Team sind der Anlaufpunkt Nummer 1. Wie sind die Aufgaben intern in der Geschäftsstelle verteilt?

Zu allererst muss ich ein großes Lob an meine Kollegen aussprechen: Wir funktionieren letztendlich nur im Team, alleine kannst Du nicht viel ausrichten. Das gilt für die Angestellten, aber auch für alle ehrenamtlichen Helfer im VERein. Annita Hammer betreut hauptsächlich die Buchhaltung und ist die Schnittstelle zu unserem externen Partner vom Steuerbüro. Tanja Pöttinger unterstützt bei der Spielvor- und Nachbereitung, sowie in der Mitgliederverwaltung und kümmert sich um organisatorische Dinge in unserer VIP-Hütte. Auch Marko Suvelo ist mit eingebunden, zusammen erledigen wir die Passangelegenheiten oder alle An- und Nachfragen bei den Verbänden. Wir haben uns sehr gut organisiert, um die Abläufe zu erledigen und zu optimieren. Man glaubt als Außenstehender, der ich ja vorher auf der anderen Seite als Zuschauer war, gar nicht an was alles zu denken ist.

Aber auch außerhalb der Öffnungszeiten geht die Arbeit weiter. Erklären Sie uns kurz den Aufwand, der im Hintergrund für ein jedes Heimspiel geleistet werden muss?

Die Arbeit außerhalb der Öffnungszeiten ist die Wichtigste! Während der Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr kann man nur kleinere, schnell zu erledigende Arbeiten durchführen. Kassen zählen oder Beschaffung von Wechselgeld geht in dieser Zeit nicht. Es würde den Rahmen sprengen hier alles aufzuzählen, aber die Aufteilung und die Struktur, die dafür erforderlich ist, muß passen. Mit Familie Anders für das CateringTeam, Michaela Ribbe für unsere Securitymannschaft und Birgit Mähner für die Spieloffiziellen (um hier nur einige zu nennen, ohne deren viele, viele Helfer zu vergessen) die in verantwortlicher Position tätig sind, arbeiten hier aber sehr erfahrene und zuverlässige Leute hervorragend zu und mit. Ich möchte allen Helfern in diesen Bereichen für ihren Einsatz danken. Es ist aber auch nicht damit getan sich nur auf ein Spiel der ersten Mannschaft vorzubereiten. Wir haben eine sehr große und tolle Eishockey-Nachwuchsabteilung, erfolgreiche Eis- und Rollkunstlaufabteilung und eine ebenso erfolgreiche Eisstockabteilung. Alle Bereiche sind in bewährten Händen und alle Verantwortlichen in diesen Abteilungen leisten ganz außerordentlich gute Arbeit für den VERein. Unsere Aufgabe in der Geschäftsstelle ist es hier zu unterstützen und Tätigkeiten zu übernehmen, die im ehrenamtlichen Einsatz dieser Leute nicht mehr zu erledigen sind und das machen wir sehr gerne.

Apropos Geschäftsstelle. Sie haben den Umzug in die neuen Räume miterlebt. Trauert man der alten Geschäftsstelle nach bzw. welche Vorteile haben sich durch den Umzug ergeben?

Nein, beim Umzug in die neue Geschäftsstelle war ich nicht dabei, ich habe mich sprichwörtlich in das berühmte gemachte Nest gesetzt. Es war unser Schatzmeister Günther Jakob, der maßgeblich den Umzug geplant und durchgeführt hat. Ich kann sagen, dass er die neue Geschäftsstelle perfekt und sehr funktionell eingerichtet hat. Sicher wäre es von Vorteil die Geschäftsstelle direkt in der Halle zu haben, aber durch den Umbau war dies nicht möglich. Die Wege zwischen Halle und Geschäftsstelle sind dennoch kurz.

Wie zeitintensiv ist Ihre Tätigkeit bei den Wölfen – bleibt noch Zeit für ein Privatleben bzw. „Leben neben den Wölfen“?

Seit meinem Arbeitsbeginn im Juli war und ist viel zu tun, manche Dinge lassen sich auch oft nur in den Abendstunden erledigen. Ich klage aber nicht wenn abends eine Besprechung ist, schließlich ist es mein Job für den ich bezahlt werde. Oder anders. Was sollen meine Gegenüber aus den Abteilungen sagen, die den ganzen Tag in ihrem Job gearbeitet haben ihre Freizeit zum Wohle des VEReins opfern? Mein Privatleben findet während der Saison und in der Vor- und Nachbereitung auf diese eben etwas reduzierter statt, zurücklehnen und neue Kraft tanken kann ich in der eishockeylosen Zeit. Ich habe gewusst was auf mich zukommt. Was ich mir nicht oder nur selten nehmen lasse ist meine Schafkopfrunde donnerstags…und da muss ich manchmal zaubern, dass ich pünktlich weg komme.

Sie sind auch bei vielen Auswärtsspielen vor Ort. In offizieller Mission oder privat als Fan?

Als „Rookie“ habe ich natürlich ein Interesse daran zu sehen wie es in anderen Vereinen läuft und wie die Organisation dort ist. So bekomme ich einen Einblick und einen Vergleich. Natürlich tickt jeder Verein anders und ist anders aufgestellt, aber ich möchte das einfach sehen, Tipps von den Kollegen mitnehmen, mir mein eigenes Urteil bilden und wenn möglich hinterfragen. Wenn man so will ist es irgendwie schon offiziell, da ich versuche das Wissen auch bei uns im VERein und für meine Aufgaben zu nutzen. Das findet allerdings in meiner Freizeit statt. Ich fahre zwar meist mit der Mannschaft im Bus, aber hier bin ich Teil des Teams und unterstütze Marko Suvelo und die anderen Betreuer so gut es geht. Da werden Schlägertaschen und die ganze andere Ausrüstung aus-und eingeladen und ist für mich keine Arbeitszeit. Ein Vorteil ist es auch ein Eishockeyspiel über 60 Minuten zu sehen, denn das ist bei Heimspielen leider nicht möglich. Ich habe aber auch schon Auswärtsfahrten mit Fanclubs gemacht, da war ich dann ganz privat als Fan unterwegs.

Wie lautet Ihr Zwischenfazit zur bislang erfolgten Saison?

Für mich persönlich denke ich, dass ich gut beim VERein angekommen bin. Aus sportlicher Sicht haben wir eine tolle Saison gesehen. Leider haben wir unser Tief, dass alle andere Mannschaften in dieser Saison auch schon erleben mussten, in der Meisterrunde gehabt.

Was ist für unser Team in den anstehenden Playoff-Viertelfinalspielen möglich?

Jeder ist heiß, das spürt man an jeder Stelle, ob in der NETZSCH-Arena direkt oder im Kabinentrakt. Wir in der Geschäftsstelle tun alles dafür, was wir von unserer Seite tun können, damit drum herum alles reibungslos läuft. Natürlich hoffe ich, dass wir weit kommen und noch bis Ende April Eishockey in Selb sehen dürfen. Ich bin überzeugt, dass wir weit kommen werden, denn dafür haben alle Beteiligten im VERein hart gearbeitet und die Mannschaft hat das Zeug dazu. Besonders für unsere absolut geilen Fans würde ich mich sehr freuen, wenn wir eine Klasse Playoff-Serie erleben dürfen. Wie, wann und wo es dann endet steht in den Sternen.

Blick auf die neue Saison. Gibt es schon Projekte bzw. Themen, die Sie unbedingt angehen möchten im Verein?

Da gibt es viele Dinge, die in meinem Notizbuch stehen. Einige Dinge konnte ich schon ändern, manche können aber eben erst in der Sommerpause bzw. in der Vorbereitung auf die neue Saison geändert bzw. verbessert werden. In jedem Fall gilt es noch so einiges zu hinterfragen, schließlich will ich mich, unsere Organisation und unsere Struktur stets verbessern.

Ist Tilburg Ihr persönlicher Lieblingsgegner?

Am Ende kann man es sich ja nicht aussuchen gegen wenn man antreten muss, man muss es nehmen wie es kommt. Ich erhoffe mir natürlich, dass das Playoff-Fieber nun endlich auch in der Region angekommen ist und wir gut besuchte Heimspiele haben. Da gibt es auch unter der Woche im Heimspiel sicher eine große Kulisse. Auf den Rängen wünsche ich mir eine geile Atmosphäre. Persönlich hätte ich mich natürlich auf Spiele gegen die Moskitos Essen gefreut, da wäre ein Wiedersehen mit vielen Bekannten von früher möglich gewesen. Egal, jetzt freuen wir uns auf Tilburg und eine hoffentlich tolle und spannende Serie gegen die Holländer.

Abschließend. Was machen Sie spontan gefragt am 11. April 2017?

Da werde ich alle Hände voll zu tun haben, denn an diesem Tag steigt das erste Halbfinale in unserer ausverkauften Netzsch-Arena.

Danke für das Interview!

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