Der Neue Mann Abseits Der Eisfläche

Thomas Schramm im Interview

Das letzte seiner insgesamt 85 Oberligaspiele als aktiver Spieler bestritt er am 21.03.2004, das Spiel bei den Stuttgard Wizards vor gut 250 mitgereisten Selber Fans ging 2:3 nach Penaltyschiessen verloren. Es war nicht nur sein, sondern insgesamt das letzte Oberligaspiel des ERC Selb. Trotz Platz Vier in der Abstiegsrunde musste der ERC völlig überschuldet saniert werden, der neugegründete VER Selb startet in der Bezirksliga. Bei jenen VER Selb, der seit Jahren zu den Topmannschaften der Oberliga Süd gehört, ist er nun offiziell angestellt. Nicht aber wie früher mit der Rückennummer 5 auf dem Eis, sondern ab sofort abseits der Eisfläche. Die Rede ist von Thomas Schramm. Der 35jährige übernimmt künftig die Sponsorenbetreuung/– gewinnung und tritt die Nachfolge des scheidenden Roman Zeilinger an.

Herr Schramm, herzlich Willkommen beim VER Selb. Für viele überraschend, dass Sie die Nachfolge von Roman Zeilinger übernehmen. Wie kam es dazu?

Thomas Schramm: Seit Jahren verstehe ich mich sehr gut mit Thomas Manzei. Als er mich darauf ansprach, ob ich mir diese Aufgabe vorstellen könne, musste ich nicht lang überlegen.

Aber so richtig weg waren Sie ja eigentlich nie. Erzählen Sie ein wenig, was Sie die letzten Jahre rund um das Selber Eishockey gemacht haben.

Thomas Schramm: Ich bin seit einigen Jahren als Nachwuchstrainer tätig. Hier versuche ich Kids für den Sport zu begeistern und sie bestmöglich auszubilden. Neben dem regulären Saisonbetrieb zählen zu den Aufgaben die Organisation von attraktiven Turnieren (Rehau-Cup) mit namhaften Teams wie Eisbären Berlin, Ingolstadt, Wolfsburg und Bietigheim, die auf eigene Kosten gerne zu uns nach Selb reisen, um an diesen tollen Turnieren hier bei uns teilzunehmen.

Auch bei den von meinem Kollegen Sebastian Setzer organisierten Eishockey-Camps helfe ich als Trainer mit. Schön hier zu erleben, wie zahlreiche Nachwuchsspieler aus z.B. Weiden, Nürnberg oder Bayreuth nach Selb kommen, um hier von uns zu lernen.

Zurück zur neuen Aufgabe beim VER Selb. Sponsoringbetreuung und Vermarktung – so ist Ihr Hauptaufgabengebiet grob gefasst. Welche Erfahrungen bringen Sie hierfür mit?

Thomas Schramm: Neben meinem Studienschwerpunkt Marketing besitze ich einige Jahre Berufserfahrung im Geschäftskundenvertrieb.

Wenn man über 9 Jahre erfolgreich bei einem in der Region ansässigen Sponsor des VER Selb arbeitete und nun wechselt hat man sicherlich ganz konkrete Ansprüche/Vorstellungen an seinen neuen Arbeitgeber. Welche sind dies?

Thomas Schramm: Es ist natürlich das sehr interessante Aufgabengebiet, das mich an dieser Position reizt. Ich kann meine Leidenschaft für den Sport mit meinen beruflichen Interessen verbinden. Eine überaus reizvolle Kombination.

Ein Mann mit Stallgeruch…so hieß es bei Ihrer Ankündigung in der offiziellen Pressemitteilung Ihres neuen Arbeitgebers. Ist dies ein Vorteil und macht es die Arbeit insbesondere innerhalb der VER-Organisation leichter?

Thomas Schramm: Mit Sicherheit. Ich kenne bereits das Umfeld und das Umfeld kennt mich. Das kann nur von Vorteil für eine schnelle Einarbeitung und erfolgreiche Zusammenarbeit sein.

Sie selbst waren Eishockeyspieler, absolvierten für den damaligen ERC Selb 85 Oberligaspiele und waren auch noch später bei der 1b aktiv. Kommt es Ihnen im neuen Job entgegen, auch den Blick des Spielers und nicht nur des Fans zu kennen?

Thomas Schramm: Für die Öffentlichkeitsarbeit nehmen die Spieler eine wichtige Rolle ein. Es ist nur gut, deren Blickwinkel und ihr zu leistendes Pensum zu kennen, um sie z.B. frühzeitig über anfallende Termine zu informieren, um ihnen die Planbarkeit zu erleichtern.

Offiziell geht es für Sie am 01.September 2018 beim VER Selb los. Bereits jetzt läuft aber die Einarbeitungs- und Übergabezeit mit Ihrem Vorgänger Herrn Zeilinger. Wie muss man sich diese spannende „Zeit“ vorstellen bzw. wie ist die Planung dahingehend?

Thomas Schramm: Ich versuche bereits jetzt möglichst viele Informationen von Roman einzuholen um ab 01. September möglichst gut vorbereitet zu sein. Wir treffen uns regelmäßig, tauschen uns aus oder nehmen gemeinsam Termine wahr.

Noch ein zu Roman Zeilinger. Er agierte auch im Presseteam maßgeblich mit und war verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. Wie wird dies bei Ihnen sein?

Thomas Schramm: Ich denke, dass der Bereich Öffentlichkeitsarbeit beim VER Selb sehr gut aufgestellt ist und sehe deshalb meinen Schwerpunkt im Bereich Sponsoring. Selbstverständlich werde ich aber mit Sicherheit zukünftig eng mit dem Presseteam zusammenarbeiten.

Es ist vermutlich zu früh, Sie müssen sich erst einen Einblick in das Geschehen verschaffen, aber gibt es bereits jetzt Punkte/Themen welche Sie vorantreiben, ausbauen bzw. ganz anders angehen wollen?

Thomas Schramm: In einem ersten Schritt geht es um die bestmögliche Übergabe der vorhandenen Themen. Ein finanziell gesunder Gesamtverein mit einer erfolgreichen 1. Mannschaft, die zum Großteil aus eigenen Nachwuchsspielern besteht, wäre ein schöner Punkt.

Sie sind verheiratet, haben zwei Kinder. Der neue Job beim VER Selb ist durchaus ein 24-Stunden-Job – zumindest in der Anfangs- und Hochphase vor der Saison. Muss die Familie nun stark auf Sie verzichten?

Thomas Schramm: Ich bin mir bewusst, dass es ein sehr aufwendiger Job ist und scheue mich nicht vor der Arbeit. Aber natürlich gilt es, eine für beide Seiten angemessene Balance zu finde.

Neuer Job, Familie – Sie sind zudem auch noch seit Jahren 5 Jahren als Trainer der U11 zeitlich stark eingebunden. Muss dieser Trainerjob hinten anstehen oder ist alles miteinander weiter zu bewerkstelligen?

Thomas Schramm: Aus Überzeugung bin ich in der Nachwuchsarbeit tätig und werde alles daransetzen, dies auch zukünftig zu sein.

Zu Guter Letzt. Welche Überschrift würden Sie gerne in Verbindung mit Ihrer neuen Tätigkeit beim VER Selb in der Zeitung während der Saison lesen?

Thomas Schramm: Schramm trifft doppelt

Das Interview führte Uwe Dutkiewicz
Mitglied VER Selb Presseteam

Beitragsserien: Wölfe hinter den Kulissen