Aus Dem Rampenlicht Hinter Die Bande – Marko Suvelo Im Interview

Für viele war es absolut überraschend und die Nachricht schlechthin: nach dem Weggang von Oliver Kremenovic übernimmt niemand anderes als der sympathische Finne den Posten des Mannschaftsleiters bei unseren „Wölfen“.

Marko, nach vier Jahren zwischen den Pfosten treten Sie zwar einen Schritt zurück, bleiben aber dem VER treu und kümmern sich nun um die Belange der Mannschaft. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?

Marko Suvelo: Mir war immer klar, dass ich nach meiner aktiven Laufbahn weiterhin dem Eishockey verbunden bleiben möchte. Jetzt steht eine neue Phase vor mir und ich bin sehr neugierig und motiviert angesichts der bevorstehenden Aufgaben.

Wie schwer fiel Ihnen die Entscheidung die Schlittschuhe an den „Nagel“ zu hängen?

Marko Suvelo: Natürlich muss man sich als Profisportler irgendwann mit dieser Frage beschäftigen. Aber als die Vorstandschaft des VER mich gefragt hat, musste ich nicht lange überlegen. Ich liebe Eishockey und so bleibe ich dieser Sportart und dem VER Selb weiterhin verbunden.

Es gibt viele Gerüchte. Gab es konkrete Spielerangebote an Sie aus der Oberliga Süd und warum haben Sie abgelehnt?

Marko Suvelo: Ja es gab Angebote. Anfangs wollte ich weiterspielen, aber dann kam dieses Angebot von Selb. Es war eine Entscheidung für meine Zukunft, nicht gegen die Vereine, die mir Angebote gemacht hatten.

Der zeitliche Aufwand dürfte nicht weniger werden, immerhin müssen Sie sich jetzt vor- und nach dem Spiel um die Belange der Mannschaft kümmern. Was fallen denn alles für Arbeiten – jetzt vor der Saison und dann im laufenden Spielbetrieb – an?

Marko Suvelo: Vor der Saison muss man sich hauptsächlich um die Ausrüstung kümmern. Während der Saison fallen dann eher alltägliche Arbeiten an. Wäsche waschen, Schlittschuhe schleifen, Dinge reparieren, Equipment bestellen, für die Auswärtsspiele Bus und Verpflegung organisieren usw. Die Büroarbeit nicht zu vergessen. Da gibt es schon einiges zu tun. Ich muss auch noch einige Dinge lernen, aber zum Glück gibt es Peter Wenisch. Er hilft mir sehr und steht immer mit Rat und Tat zur Seite.

Ihre Frau und Ihre 3 Söhne werden also auch weiterhin auf Sie verzichten müssen? Wie oft sehen Sie sich im Jahr?

Marko Suvelo: Leider nicht so oft wie ich möchte. Ich hoffe, dass ich einmal pro Monat für ein paar Tage nach Hause fahren kann. Ich bin meiner Frau sehr dankbar für das Verständnis das sie aufbringt, ich glaube es ist nicht einfach mit einem Eishockeyspieler verheiratet zu sein (lacht)

Hand aufs Herz. Wäre es nicht einfacher gewesen, bei einem Verein in der Nähe von Bremerhaven nochmal die Schlittschuhe zu schnüren bzw. zu arbeiten? Warum ausgerechnet Selb?

Marko Suvelo: Sicherlich wäre das einfacher gewesen. Von meinem Wohnort Bremerhaven ist es ja eine ganz schöne Strecke bis nach Selb. Aber der Verein hat mir diese Möglichkeit gegeben und ich werde meine neue Aufgabe als Teamleiter hier in Selb beginnen.

Viele Teams in der Oberliga haben sich gezielt verstärkt. Welche Platzierung trauen Sie dem VER in dieser Saison zu?

Marko Suvelo: Richtig, einige Teams haben sich wirklich gut verstärkt, zum Beispiel Regensburg, Sonthofen und die Tölzer Löwen. Aber wir auch und ich bin absolut sicher, dass wir gut genug sind, um ganz oben mitspielen zu können.

Gibt es etwas was Sie den Fans mit auf dem Weg geben möchten?

Marko Suvelo: Habt anfangs Geduld und gebt der Mannschaft Zeit eine Einheit zu werden. Den Fans möchte ich auch sagen, dass es wirklich gut tut wenn Du auf dem Eis stehst und die Fans Dich unterstützen. Das ist hier in Selb wirklich einmalig.

Als Mannschaftsleiter haben Sie von außen einen ganz anderen Blick auf das Spielgeschehen, als einst aus der Torhüterperspektive. Wie haben Sie bislang die ersten vier Testspiele gesehen, was läuft aus Ihrer Sicht gut, was muss noch verbessert werden?

Marko Suvelo:  Bis jetzt bin ich sehr zufrieden, wir haben viermal nur knapp verloren, aber immerhin ging es hier gegen Teams aus der DEL2. Es darf auch nicht vergessen werden. Wir sind erst seit 2 Wochen auf dem Eis …und dafür funktioniert jetzt schon vieles ziemlich gut. Klar, es gibt immer Sachen die verbessert werden müssen. Unser Trainer Duo weiß schon ganz genau, wo noch die Hebel angesetzt werden müssen…

Bitte beenden Sie den nachfolgenden Satz:  Für die Saison 2016/2017 wünsche ich mir…

Marko Suvelo: …meinen Job gut zu machen und dadurch meine Jungs zu unterstützen. Der Mannschaft wünsche ich viel Erfolg, Gesundheit und eine ganz lange Saison.

Das Interview führte Frank Thierfelder – Mitglied des VER Selb Presseteams

Beitragsserien: Kaderplanung 2016 / 2017