Wölfe Schlagen Spät Zu

Selber Wölfe vs. Blue Devils Weiden 3:2 n.V. (0:1; 0:1; 2:0; 1:0)

Freudige und strahlende Gesichter im Lager der Wölfe. Mit einem 3:2 Sieg nach Verlängerung holen sich unsere Wölfe den ersten Derbysieg in der noch jungen Oberligasaison gegen die Blue Devils Weiden. Gut 2700 Zuschauern wurde eine temporeiche und bis zur Schlusssekunde hochspannende Eishockeypartie geboten. 4 Sekunden vor Ende sorgte Wölfe-Kapitän Ondruschka mit seinem erlösenden Treffer zum 2:2 Ausgleich, Kabitzky verwandelte mit seinem vielumjubelte Siegtreffer 83 Sekunden vor Ende der fünfminütigen Verlängerung die NETZSCH-Arena endgültig in ein Tollhaus. Ein letztendlich verdienter Erfolg, unsere Wölfe gaben sich trotz 0:2 Rückstand nie auf und erarbeiteten sich sprichwörtlich diesen Derbysieg.

Blue Devils machen Wölfe das Leben sehr schwer

Prächtige Derbykulisse und phantastische Atmosphäre im weiten Rund. Die Akteure ließen sich davon sofort anstecken und es entwickelte sich ein schön anzuschauender Schlagabtausch. Große Torchancen blieben auf beiden Seiten lange Mangelware, dafür überwog das kämpferische Element, kein Puck wurde verlorengegeben. Die Gäste standen gut und wirkten bei Kontern brandgefährlich, was uns durchaus vor knifflige Aufgaben stellt. Die Blue Devils brachten die Pucks gut zum Tor, wir hingegen spielten oftmals zu kompliziert – Fehlpässe und Abstimmungsprobleme im Spielaufbau waren die Folge. Aus einer Unachtsamkeit von Deske resultierte folglich der Führungstreffer der Blue Devils – mit einer ihren ersten richtigen Torchancen gingen die Oberpfälzer mit 1:0 in Front. Mit diesem Ergebnis ging es auch zum ersten Pausentee, nachdem unsere Stürmer ihr Visier noch nicht richtig eingestellt hatten – McDonald, Gare oder auch Graaskamp zweiter Sieger gegen Weidens Goalie.

Wölfe arbeiten – belohnen sich aber nicht

Klassischer Fehlstart unserer Wölfe. 29 Sekunden waren erst von der Uhr, unsere Jungs gedanklich scheinbar noch in der Kabine und Blue Devils Topscorer Rubes mit seinem 7 Saisontreffer zur 2:0 Führung. Ein Treffer mit Wirkung, es dauerte etwas, bis wir wieder richtig in den Rhythmus kamen. Weiden spielte im Gegensatz zu uns sehr einfach, ließ die Scheibe gut in den eigenen Reihen laufen, wir versuchten es zu umständlich und was durchkam war sichere Beute von Filimonov. Die Wölfe-Fans merkten, dass ihr Team Unterstützung benötigt – der Funke von den Rängen sollte aber (vorerst) nicht Wölfe-Spiel beleben. Einsatz und Moral stimmten, aber so sehr sich unsere Cracks auch abmühten, der so wichtig gewesene Anschlusstreffer wollte nicht fallen. Wir haderten mit der eigenen Chancenverwertung, auch drei aufeinanderfolgende zugesprochene Überzahlspiele ließen wir ohne nennenswerte Torchancen ungenutzt verstreichen. Zuerst hatten sie kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu. Getreu diesem Motto die 37. Minute. Hirschberger schließt einen schön vorgetragenen Konter nur mit einem Lattentreffer ab.

Wölfe-Kapitän stellt Weichen zum Derbysieg

Mit mächtig Wut im Bauch starten unsere Wölfe eine sehenswerte Aufholjagd. Graaskamp scheiterte gut postiert, wenig später gelingt McDonald der mehr als überfällige Anschlusstreffer. Unsere Wölfe nun mit deutlich Oberwasser, Weiden findet nur noch selten statt, die wenigen Angriffsbemühungen sind meist Entlastungsangriffe. Das Chancenübergewicht ist eindeutig auf Wölfeseite, aber die schwarze Hartgummischeibe wollte einfach nicht den Weg ins gegnerische Tor finden. Der sehr glücklos agierende McDonald mit der riesen Chancen zum Ausgleich in Unterzahl, aber er scheitert alleine auf Filimonov zulaufend am Weidner Keeper, wenig später nochmals McDonald ohne das nötige Glück im Abschluss. Als sich die Weidner Schlachtenbummler schon langsam die Siegeslieder zum Derbysieg anstimmen, kommt die große Stunde unserer Wölfe und eine sensationelle Schlussphase nimmt ihren Lauf. Wölfe-Coach Thom setzte alles auf eine Karte, nahm 94 Sekunden vor Ende Deske für einen weiteren Feldspieler und 64 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Mit Erfolg. Wir werfen alles nach vorne, Dauerbelagerungszustand im Weidener Drittel und 4,9 Sekunden vor der Sirene schaffen unsere Wölfe das unvorstellbare. Ondruschka mit seinem Tor zum 2:2 lässt die Netzsch-Arena beben und sichert seinen Farben das Unentschieden und die Verlängerung.
Die Verlängerung ist nichts für schwache Nerven. Devils-Stürmer Clayton scheiterte mit Bauerntrickversuch an Deske, auf der Gegenseite verzieht Müller und Gare nur knapp. Das schönste – und natürlich wichtigste Tor des Abends – war Stürmer Kabitzky vorbehalten, der Filimonov mit einem sehenswerten Treffer ins rechte obere Eck keine Chance ließ und den Derbysieg perfekt machte.

Einen ausführlichen Spielbericht lesen Sie bei unserem offiziellen Medienpartner Frankenpost. Fotos: Mario Wiedel

Mannschaftsaufstellungen

Selber Wölfe

Selber Wölfe: Deske (Kümpel) – Ondruschka, Nijenhuis, Müller, Bär, Silbermann, Böhringer – McDonald, Schmidt, Gare, Graaskamp, Gelke, Kabitzky, Klughardt, Hirschberger, T. Zimmermann, Schiener, Klughardt

Blue Devils Weiden:

Filimonow (Neffin) – Herbst, Schusser, Noe, Klein, Poldruhak, Schreyer, Bäumler – Heinisch, Rubes, Siller, Habermann, Clayton, Geisberger, Pronath, Kirchberger, Maschke, Wolf

Tore, Strafzeiten, Zuschauer

Tore: 9. Min. 0:1 Habermann (Geisberger, Clayton)

21. Min. 0:2 Rubes (Heinisch; Siller)

43. Min. 1:2 McDonald (Ondruschka, Gare)

60. Min. 2:2 Ondruschka (McDonald; Gelke); 6/5

64. Min. 3:2 Kabitzky (Bär, Deske)

Strafzeiten: Selb 8; Weiden 8
Zuschauer: 2.613
Schiedsrichter:Vogl (Gerth, Stöber)