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VER Selb nimmt Aufstiegsrecht in die Oberliga wahr - Thielsch verlängert / Heilman erster Neuzugang
Dennis Thielsch verlängert – Deutsch-Kanadier Dan Heilman erster Neuzugang
VER Selb nimmt Aufstiegsrecht in die Oberliga wahr
Die Entscheidung ist gefallen. Die Selber Eishockeycracks gehen in der kommenden Saison in der Oberliga-Süd an den Start! Acht Wochen nach dem letzten Bayernliga-Finalspiel in Miesbach und dem damit verbundenen Gewinn der Vize-Meisterschaft verkündeten die Verantwortlichen des VER Selb im Rahmen einer öffentlichen Pressekonferenz unter großem Applaus den künftigen Weg der „Wölfe“. „Wir sind der Überzeugung, dass der Aufstieg in die Oberliga für die Zukunft des Eishockeysports in Selb zwingend notwendig ist“, lautete nach Wochen des Kalkulierens und Abwägens von Vor- und Nachteilen das Fazit der Führungscrew des auf den Tag genau vor 6 Jahren gegründeten Vereins.
Noch bevor in den Räumen des „BD-Forum“ in Thierstein, der zugleich als offizieller Sponsor begrüßt werden konnte, den zahlreich anwesenden Medienvertretern und Anhängern die Entscheidung mitgeteilt wurde, zeigte man die Pro und Contra einer Teilnahme an der Oberliga deutlich auf. In der Tat rechne man nach erfolgsverwöhnten Jahren mit einem möglichen Zuschauerrückgang, nicht zuletzt aufgrund der Aussicht auf weniger Derbys. Auch die Kosten würden in der höheren Spielklasse um einiges steigen. Im Hinblick auf die in der Vergangenheit finanziell gesehen nicht immer positive Historie des Selber Eishockeys plane man somit äußerst vorsichtig, werde unter keinen Umständen mit dem gesunden VER Unzumutbares riskieren. Letztendlich überwiegen aber die Vorteile in der reformierten Oberliga. „Für unser Team, das uns in die komfortable Situation des Entscheidendürfens gebracht hat, wollen und müssen wir eine sportliche Perspektive bieten“, äußert sich das Präsidium um Jürgen Golly motivierend für den bestehenden Kader. Gleiches gilt für den eigenen Nachwuchs. „In den letzten Jahren mussten wir einige talentierte junge Spieler ziehen lassen, die woanders bessere Chancen sahen, gegebenenfalls eine Profikarriere starten zu können!“ Überhaupt kommt die Reform der zuletzt eingleisigen, jetzt in vier regionale Gruppen aufgeteilten Oberliga dem VER Selb in punkto Nachwuchsarbeit, auf die man weiter großen Wert lege, zu Gute. „Maximal 15 Feldspieler über 21 Jahre dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen. Wir haben also eine „erzwungene“ Berücksichtigung von Nachwuchsspieleren und könnten dadurch einige Vorteile haben“, verspricht man sich. Und das nicht nur sportlich. Auch finanziell könnte man von der guten Nachwuchsarbeit profitieren. Bei der Verpflichtung eines Spielers, der nicht aus dem eigenen Verein entstammt, sind zwar zunächst 1.500 Euro in den sogenannten „Reindl-Pool“ einzuzahlen, es sei denn, er stammt von einem Verein, der nicht selbst in den Pool einzahlt (zum Beispiel Bayernliga). Alle Vereine erhalten aber schließlich nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel jährliche Zuwendungen. Der VER Selb mit seiner großen, dazu erfolgreichen Nachwuchsabteilung rechnet hier also mit einem Plus. Weiter steh eine Kooperation mit dem DEL-Club „Thomas Sabo“-IceTigers Nürnberg im Raum. Junge Spieler, die in der höchsten deutschen Spielklasse nicht gleich zum Zuge kommen, könnten hier derweil mit einer Förderlizenz ausgestattet im Trikot der „Wölfe“ auflaufen und Spielpraxis sammeln.
Letztendlich lautet der Weg des VER Selb nun die Oberliga-Süd, zumal auch einige Großsponsoren die höhere Liga bei deutlich besseren Vermarktungsmöglichkeiten favorisieren. Selbiges gilt im übrigen auch für den EV Regensburg. Die Oberpfälzer, mit denen sich die Schützlinge um Trainer Cory Holden im abgelaufenen Winter vor stets großen Kulissen packende Duelle abgeliefert haben, werden ebenso nach reiflicher Überlegung ihr Aufstiegsrecht - Miesbach hatte hier bereits frühzeitig darauf verzichtet – wahrnehmen. Ein kleines Derby bleibt also noch in der eher südbayerisch dominierten Liga. „Weitere Derbys werden in Zukunft aber kommen“, gehen Vorsitzender Jürgen Golly und Co. jedenfalls davon aus, dass über kurz oder lang Vereine wie Schweinfurt und Weiden nachziehen werden. Doch bis dahin darf man sich nun auf namhafte Teams wie Bad Tölz, Riessersee oder Füssen freuen. Hinzu kommen als Gegner Landsberg, Peiting, Klostersee, Deggendorf und Passau. Noch ist die komplette Anzahl der Vereine noch nicht ganz gewiss. Freiburg als eigentlicher Absteiger aus der 2. Bundesliga, dazu die Rhein-Necker-Stars (Mannheim) könnten noch hinzukommen. Folglich ist auch eine endgültige Klarheit über den Modus noch nicht bekannt, wohl aber ist eine Doppelrunde geplant.
Wie lautet nun aber der Mannschaftskader des VER Selb in der kommenden Saison?
Bereits fix unter Vertrag sind bereits die beiden Keeper Manuel Kümpel und Benjamin Dirksen. In der Verteidigung plant man mit Spielertrainer Cory Holden, Yann Jeschke, Tim Schneider, Alexander Fischer, Sebastian Setzer, dazu die jungen Hannes Ulitschka und Timo Roos. Im Angriff weiter für Tore sorgen sollen Martin Sekera, Peter Hendrikson, der Tscheche Martin Lamich, Hannes Siegeris, Sascha Jaworin und die beiden Nachwuchscracks Dennis Schiener und Fabian Bauer.Nicht mehr plant man dagegen mit Marcel Hermle. Der Allrounder konnte zuletzt weniger zur Geltung kommen. Verletzungen und private Gründe waren die Ursachen. Ebenso werden Marc Thumm und der seit 18 Jahren im Kader stehende Mannschaftskapitän Elko Porzig („Die Oberliga werde ich mir mit 40 Jahren nicht mehr antun!“) nicht mehr dabei sein, wohl aber die in der Landesliga an den Start gehende.1b-Mannschaft unterstützen. Den Verein verlassen wird zudem Florian Horvath. Der Verteidiger setzt sein Studium in Passau fort.
Unter großem Jubel konnte die VER-Vorstandschaft schließlich aber eine weitere wichtige Vertragsverlängerung präsentieren. Stürmer Dennis Thielsch bleibt den „Wölfen“ erhalten. Der 23jährige ebenso aus Berlin stammende Rechtsaußen kam im Jahr 2007 in die Porzellanstadt. Seitdem mauserte er sich zu den Top-Scorern der Mannschaft. In 35 Pflichtspielen gelangen ihm zuletzt 30 Tore und 25 Assist. Klar, dass bereits höherklassigere Teams auf ihn aufmerksam wurden. Thielsch bleibt nun aber im Hinblick auf die Oberliga den „Wölfen“ erhalten, wo er wieder gemeinsam mit Sturmpartner Waßmiller im Angriff für Wirbel und Toren sorgen möchte.
Als zweite Top-News wurde darauf der erste Neuzugang der Saison 2010/2011 vorgestellt. Beim „Wunschkandidaten“ des Trainergespanns handelt es sich um den 34jährigen Deutsch-Kanadier Dan Heilman. Kein Unbekannter. Zu Beginn der vergangenen Bayernligaspielzeit stürmte er im Trikot der Schweinfurt „MightyDogs“ an die Spitze der erfolgsreichsten Scorer. Auch die „Wölfe“ konnten von seiner Durchschlagskraft ein Lied singen. Am vierten Spieltag führte Selb bei den Unterfranken bereits mit 4:2, ehe der 184cm große aufdrehte, mit zwei Treffern den Ausgleich erzwang und schließlich im Penaltyschießen den Schlusspunkt setzte. Heilmans größter Erfolg war 2009 mit den Bietigheim Steelers der Gewinn der Zweitliga-Meisterschaft. Weitere Stationen des aus nahe Calgary stammenden Spielers waren in den letzten 8 Jahren in Deutschland nach seinem ersten Jahr in Bayreuth in der Oberliga Ravensburg, Füssen und Peiting, ehe er danach in Bietigheim spielte. Erst ein Bandscheibenvorfall im vergangenen Dezember bremste seine Torgefährlichkeit. Nach dem Verletzungspech möchte er nun bei den „Wölfen“ für Tore und den gewünschten Erfolg sorgen. Mit zwei bis eventuell drei weiteren gezielten Verstärkungen plant man derweil, wenngleich man keinesfalls des Erfolgs Willen auf Teufel komm raus auf dem Spielermarkt zuschlagen werde. Stets werden die finanziellen Mittel im Auge behalten. Aussagen, die das Vertrauen der Anhängerschaft und der Sponsoren bestärken.
Letztendlich positive Reaktionen gab es seitens der weit über100 anwesenden Fans, die aufgrund der ausführlichen Erläuterungen der Vorstandschaft kaum noch weitere Fragen hatten. Vielmehr freut man sich auf die neue Herausforderung und verspricht somit zugleich die Unterstützung des Vereins in der Zukunft. Die Mannschaft selbst befindet sich bereits im intensiven Sommertraining, wird dazu im Juli ein erstes Trainingslager auf dem Eis in Tschechien absolvieren und schließlich mit einem attraktiven Vorbereitungsprogramm Ende August/Anfang September in den neuen Winter starten. Bis dahin erwartet man aber noch weiter spannenden Wochen hinsichtlich dem Bild der neuen Oberliga.
Die aktuellen Informationen zur Oberliga 2010/2011 kompakt
Aufteilung der Oberliga in 4 Gruppen: Nord, West und Ost spielen unter der Verwaltung der entsprechenden Landesverbände Die als stärkste Gruppe angesehene Oberliga-Süd geht unter der Verwaltung des DEB an den Start
Auszug aus den Durchführungsbestimmungen: maximal zwei kontingentkartenpflichtige Spieler, nur deutsche Torhüter, Ü/U 21-Regel (maximal 15 Feldspieler über 21 Jahre auf dem Spielberichtsbogen), 3-Mann-Schiedsrichtersystem, 3-Punkte-Regelung (kein Unentschieden, bei Torgleichheit 5 Minuten 4 gegen 4 „Sudden-Death“, danach ggf. Penaltyschießen)
Modus: Nord und West werden nach einer Vorrunde verzahnt, Oberliga Ost und Süd spielen Doppelrunde. Die jeweils vier besten Mannschaften sollen schließlich im Play-Off-Modus einen Aufsteiger in die zweite Bundesliga ausspielen
Keine Kapitalgesellschaften, alle Teilnehmer sind e.V.
Oberliga Süd:
Meldefrist zur Oberliga 31.5.2010, der DEB prüft die Plausibilität des Geschäftsplans
Verbandsabgaben 5% der Zuschauereinnahmen
voraussichtliche Teilnehmerzahl – 10 (es werden 12 angestrebt)
geplanter Spielmodus - Doppelrunde (+ evtl. Zwischenrunde o. ä. nach dem Modell der BEL. Details können erst nach endgültiger Klarheit der Anzahl der Teilnehmer festgelegt werden.
Auf- und Abstiegsregelung - 1 Aufsteiger, 2 Absteiger
Beginn und Ende der Saison - September bis März (Aufstiegs-Play-Offs evtl. bis April)
Festlegung der Spielkleidung – Heimtrikot dunkel / Auswärtstrikot hell
Weiter soll es einen Wettbewerb um den „DEB-Pokal“ geben. Alle Vereine der zweiten Bundesliga, der Oberligen, sowie den Spitzenteams der Regionalligen und der Bayernliga sollen nach ersten Planungen daran teilnehmen. Selb hat hierzu seine Teilnahme zugesagt.
Informationen zu Dennis Thielsch und Dan Heilman
Dennis Thielsch
Geburtstag/-Ort: 21.11.1986, Berlin
Größe: 176cm
Position: Stürmer, Rechts
Vereine: Eisbären Berlin Juniors, Berliner SC Preussen, EHC Leipziger Eislöwen, FASS Berlin, ECC Preußen Berlin
beim VER Selb seit 2007/2008: 96 Pflichtspiele – 63 Tore, 63 Assist
Dan Heilman
Geburtstag/-Ort: 10.10.1975, Alberta, Canada
Größe: 184cm
Position: Stürmer, Center
Vereine: University of Lethbridge, Colorado Gold Kings, Greenville Grrrowl, New Orleans Brass, South Carolina Stingrays, Bayreuth Tigers, EV Ravensburg, EV Füssen, EC Peiting, Bietigheim Steelers, ERV Schweinfurt
Statistik der Stationen in Deutschland: 345 Pflichtspiele – 143 Tore, 224 Assist, zuletzt in Schweinfurt 20 Spiele, 16 Tore, 25 Assist
